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Das winzige Heringsdorf Vitt beim Kap Arkona auf Rügen

Vitt © by Froutes - flickr.com

Heringsdorf Vitt

Obwohl es vom Parkplatz in Putgarten bis nach Vitt nur 1 km Fußweg ist und von dort der Blick über die Hochebene bis zur Abbruchkante reicht, ist dennoch weit und breit kein Dorf zu sehen. Dort, wo man Vitt vergeblich mit den Augen sucht, wogen nur weite Felder. Das niedliche Minidörfchen erblickt man erst, wenn man unmittelbar davor steht.

Als erstes Gebäude sieht man die Kapelle von Vitt. Von dort führt ein Hohlweg hinab in eine 40m tiefe Liete, ein natürlicher Einschnitt im Steilufer, in der sich der Ort versteckt. Erst nach einem Stück Weges taucht das winzige Vitt urplötzlich auf. Eng zusammengedrängt ducken sich eine Handvoll niedriger Fischerkaten, umgeben von Pappeln, Eschen und Holunderbüschen, in die schützende Mulde, die Grote Vitte.

Die moosbewachsenen Katen haben sich mit ihren graubraunen Rohrdächern so perfekt der Umgebung angepasst, dass sie, sieht man vom Rand der Mulde auf sie herab, geradezu mit der Landschaft verschwimmen. Kein Neubau stört dieses einmalig ursprüngliche Dorfbild. Das ganze Dorf Vitt und die Kapelle stehen unter Denkmalschutz.

Mittendrin steht die Dorfschänke, der Goldene Anker. Im Gastraum standen früher so viele Stühle wie das Dörfchen Einwohner zählte. Starb einer, wurde ein Stuhl entfernt, kam ein Vitter auf die Welt, wurde ein Stuhl hinzugefügt.

Der Name Vitt hat seinen Ursprung in den so genannten "Vitten" oder "Fitten", wie man die im 13. Jahrhundert entlang der Küste entstandenen saisonalen Heringshandelsplätze nannte.

Im kleinen geschützten Hafen liegen ein paar kleine Fischerboote. Ihren Fang kann man in der Dorfschänke genießen. Vom Hafen aus hat man einen grandiosen Blick auf die weit und wuchtig ins Meer hinausspringenden Klippen des Kap Arkona. Von der Kapelle führt ein sehr reizvoller Spazierweg an der Steilküste entlang zum Kap (ca. 1,5km).

Vitt auf Rügen © by Froutes - flickr.com

Kapelle von Vitt

Kapelle von Vitt

Der schlichte achteckige Bau der Kapelle wurde vom Altenkirchener Pfarrer Kosegarten errichtet. Und das kam so: Da die Fischer von Vitt während der Heringssaison keine Zeit fanden, den 8km langen Fußmarsch bis zur Kirche in Altenkirchen zu machen, kam der Pfarrer zu ihnen und predigte unter freiem Himmel am nördlichen Wiesenhang der Talmulde. Diese berühmt gewordenen "Uferpredigten" mussten jedoch häufig wegen schlechten Wetters unterbrochen werden. Gemeinde und Pfarrer suchten dann in einer morschen Hütte Zuflucht. Kosegarten fand, dies sei kein Zustand und ließ 1806 die Schutzkapelle errichten.

Das Altarbild ist die (schlechte) Kopie des Bildes "Petrus auf dem Meer" von Philipp Otto Runge. 1805 hatte Pastor Kosegarten den berühmten Landschaftsmaler mit der Ausmalung der Kapelle beauftragt. Als dieser 1810 in Hamburg starb, war das Bild zwar fertig, blieb jedoch in Hamburg, wo es heute zu den Beständen der Kunsthalle zählt. In der Saison finden in der Kapelle verschiedene Veranstaltungen statt.

Gastronomie in Vitt

  • Zum goldenen Anker, Tel. (038391) 12 13 4. Natürlich ist frischester Ostsee-Hering im Angebot.

Aktivitäten

  • Schiffsausflug/Bootsverleih: Vetterick, Tel. 37 7, vom Hafen Rundfahrten um das Kap Arkona.

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